Venenleiden
Venenleiden können bei uns in Deutschland schon als eine Art Volkskrankheit bezeichnet werden. Denn immer mehr Menschen haben Probleme mit den Beinen, und die meisten davon sind venenbedingt. Die Zahl der Betroffenen liegt derzeit bei etwa zehn Millionen und steigt ständig weiter an.
In konkreten Zahlen bedeutet das: Jeder achte Erwachsene leidet unter einer fortgeschrittenen Erkrankung der Beinvenen, wobei Frauen übrigens sehr viel häufiger betroffen sind als Männer. Bei ungefähr fünf Prozent sind die Beschwerden so stark ausgeprägt, daß die Erkrankten in ihrer Lebensführung und manchmal sogar in ihrer Berufsausübung beeinträchtigt werden.
Auch wenn die Beinvenenleiden nicht zu den klassischen Altersbeschwerden gezählt werden, so steigt mit den Jahren das Risiko für geschwollene Beine und andere Venenerkrankungen.
Aufgabe der Venen
Die Venen sind die Blutgefäße, die im menschlichen Körper für den Rücktransport des verbrauchten Blutes zum Herzen verantwortlich sind. Diese Aufgabe ist nicht ganz einfach zu bewältigen, denn das Blut muss - entgegen der Schwerkraft - nach oben befördert werden. Dabei werden die Venen von der sogenannten Muskel-Venen-Pumpe unterstützt. Sobald das Bein bewegt wird, drücken die Beinmuskeln auf die Venen und helfen so, das Blut in Richtung Herz zu bringen. Damit das Blut - der bereits erwähnten Schwerkraft zufolge - nicht wieder zurück in die Beine fließt, gibt es Venenklappen, die ähnlich wie ein Ventil das Blut nur in eine Richtung passieren lassen.
Ist man sich über diesen Vorgang und die Aufgabe der Venen im klaren, so wird deutlich, dass nur gesunde Venen dies alles zuverlässig gewährleisten können.
Gesunde Venen sind kein Zufall
Wie für viele Krankheiten, so gilt auch für Erkrankungen der Gefäße, insbesondere der Beinvenen: Vorbeugen ist besser als heilen. An unserer vererbten Veranlagung können wir leider nichts ändern - und wenn schon Eltern und Großeltern Venenprobleme hatten, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, früher oder später auch welche zu bekommen. In diesem Fall ist Vorbeugung besonders wichtig. Denn wer bereits in jungen Jahren etwas für seine Gesundheit tut, kann sich unter Umständen im Alter eine Menge Beschwerden ersparen. Dies trifft ganz besonders auch für Beinvenenleiden zu.
Schenken Sie deshalb Ihren Beinen die Beachtung, die sie verdienen, und suchen Sie den Arzt auf, wenn Sie die ersten Anzeichen einer Beinvenenerkrankung bemerken (geschwollene Beine, nächtliche Wadenkrämpfe u.ä.) - denn Venenleiden sind mehr als nur ein kosmetisches Problem.
Tipps für gesunde Venen
- Regelmäßige Bewegung ist die beste Vorbeugung. Besonders geeignet sind Schwimmen, Wanden, Radfahren und Tanzen.
- Machen Sie mehrmals pro Tag für einige Minuten Fußgymnastik, zum Beispiel das Beinkreisen. Das stimuliert die Muskel-Venen-Pumpe.
- Wasseranwendungen wie Knieguss oder Wassertreten tun Ihren Beinen gut. Gönnen Sie ihnen täglich diese Wohltat.
- Legen Sie hin und wieder die Beine für einige Minuten hoch. Das entlastet die Venen und erleichtert den Rücktransport des Bluts zum Herzen.
- Vermeiden Sie Übergewicht. Je mehr Pfunde Sie auf die Waage bringen, um so größer ist der Druck auf die Beine und damit auch auf die Venen.
- Malträtieren Sie Ihre Füße und Beine nicht mehr, als unbedingt notwendig. Verzichten Sie deshalb auf Schuhe mit zu hohen Absätzen.
- Gehen Sie, wann immer Sie die Möglichkeit haben, barfuß.
- Verwenden Sie wenig Kochsalz, weil dadurch Wasser im Gewebe gebunden wird.
- Reduzieren Sie Ihren Alkohol- und Nikotinkonsum, denn diese beiden Stoffe verursachen bleibende Schäden im Blutkreislauf.
- Bei geschwollenen Beinen sollten Sie die Beine nachts hochlegen, indem Sie das Fußende des Bettes höher stellen oder einen Keil verwenden.
- Wenn Sie bereits Venenprobleme haben, sollten Sie hohe Temperaturen, wie zum Beispiel beim Baden in sehr warmem Wasser oder die Hitze in der Sauna, meiden. Auch vor direkter Sonneneinstrahlung sollten Sie Ihre Beine schützen.
- Wenn Sie eine sitzenden Tätigkeit ausüben, sollten Sie hin und wieder aufstehen und ein paar Schritte umhergehen.
- Vermeiden Sie, allzu schwere Taschen oder ähnliches zu tragen. Das belastet die Venen.
- Das gleiche gilt auch für starkes Pressen. Achten Sie deshalb auch auf einen weichen Stuhlgang.
- Suchen Sie bei Schmerzen in den Beinen einen Arzt auf.